So fing alles an

Meine Tante ist zu Hause zusammengebrochen und kam ins Krankenhaus wir dachten uns nichts schlimmeres dabei doch ich weiss noch genau es war der 21.12.2011 kurz vor 19 Uhr als meine Tante uns zu Hause das sie im Krankenhaus ist, am 04.01.2012 rief sie uns erneut an und sie heulte so sehr das ich am Telefon gleich mitgeheult hatte. Die Diagnose Krebs :-o Wir waren geschockt, vorallem mein Papa es war doch seine kleine Schwester, auf die er immer aufgepasst hatte. Wir fuhren am nächsten Tag gleich ins Krankenhaus, sie erklärte uns alles, wo der Krebs genau angefangen hatte konnten uns die Ärzte nicht genau sagen da bereits Metastasen überall waren Gebährmutter, Darm, Rücken einfach überall. Du sahst noch relativ fit aus. Als du zu Hause warst hat dein Mann wirklich viel für dich getan er war immer für dich da (obwohl ich sagen muss er und ich waren nie eins aber er hat sie nie im Stich gelassen das rechne ich ihm hoch an) okay sie und ich auch nicht so aber trotzdem war sie mir sehr wichtig sie war immerhin meine Tante. Der Anruf das du wieder im Krankenhaus bist kam sehr schnell und unerwartet, es geht dir sehr schlecht dein Körper lehnt die Chemo ab du warst blass abgemagert einfach nicht mehr du. Du hast 8 Monate lang gekämpft lange 8 Monate, du hattest schon immer deinen Dickkopf und so war es auch hier, ich war sehr oft bei dir im Krankenhaus bin jeden Abend 80km zu dir ins Krankenhaus gefahren aus Angst ich könnte dich nicht mehr sehen. Dir ging es immer schlechter, mittlerweile konntest du nicht einmal mehr klar denken wegen diesen ganzen Medikamenten die sie dir gegen die Scmerzen gaben, du hast nicht mal mehr deinen großen Bruder erkannt du sagtest immer Markus zu ihm aber Markus war dein kleiner Bruder der großer heisst Bernd, zu mir sagtest du Denise ich antwortete Petra ich bin Natascha Denise (meine kleine Cousine) ist heute nicht hier. Ich konnte genau beobachten wie du immer dünner wirst, immer mehr in dir zusammen fällst aufeinmal bewegtest du dich und wolltest aus dem Bett du nahmst meinem Papa seine Hand und sagtest zu ihm ich will nach Hause, bring mich nach Hause ich will nicht hier sein, mein Papa sagte unter Tränen zu ihr Petra ich würde dich sofort mitnehmen wenn ich könnte aber das geht nicht, dann ging er raus eine rauchen, er konnte nicht mehr ich habe meinen dad noch nie so gesehn. Ich hielt ihre Hand meine Mama drückte mich von hinten dann sagte ich zu ihr Petra ich komme morgen wieder, ich werde nie vergessen wie sie mich ansah und sagte ich werde auf dich warten. Ich musste arbeiten hatte noch so ein Gefühl im Bauch ob ich nicht fragen sollte ob ich einen halben Tag Urlaub haben könnte irgendwas war komisch aber es ging nicht also bin ich abends wieder mit einem mumligen Gefühl ins Krankenhaus gefahren. Es war alles beim alten du sahst immer noch blass und mager aus, richtig erschreckend. Mir tat es gut zu wissen das ich den nächsten Tag nur einen halben Tag zum arbeiten hatte so konnte ich wieder schnell ins Krankenhaus, meine Schwiegermutter sagte schon zu mir Natascha mach eine Pause, doch heute bin ich froh das ich nicht auf sie gehört hatte. Ich fuhr also wieder zu ihr ins Krankenhaus, ich war fast da klingelte mein Handy, mein Onkel war dran Petra geht es sehr schlecht, ich eilte zu ihr ins Zimmer setzte mich zu ihr ans Bett und sie griff nach meiner Hand. Ich sah sie nur an, die ganze Zeit, aufeinmal sprach sie sehr schlecht ich musste mich anstrengen das ich es verstehe sie meinte "ich muss zu papa mein papa ruft mich" mein Dad sagte zu ihr "geh zu Papa kämpf nicht weiter dagegen an ich liebe dich" ich wollte aufstehen musste weinen wollte raus einfach nur raus Luft schnappen aufeinmal drückte sie meine Hand zu ich sah sie an und merkte jetzt ist es soweit sie wird gehen, ich konnte meine Tränen nicht mehr zurück halten ich heulte einfach drauf los ich merkte wie die Hand die Kraft verliert sie lief noch blasser an und dann war es soweit sie war tot. Ich sah meinen Dad an dieser Schmerz in seinen Augen, wir riefen ihren Mann an und sagten den Schwestern bescheid, ich legte ihr noch ein Kuscheltier hin und ging raus. Ich konnte nichts mehr sagen und nichts mehr denken ich hatte nur noch dieses Bild im Kopf. Ich fuhr stumm nach Hause und drehte die Musik auf, ich weiss da hätte eine menge passieren können aber wie gesagt ich konnte nicht mehr denken. Ich fuhr auf direktem Weg nach Hause brauchte jemanden zum reden und niemand war da also rief ich meine große Cousine an die kam sofort vorbei ich konnte nicht lachen und auch nicht mehr weinen es war alles taub. Ich hörte die ganze Zeit nur Unheilig so wie du warst. Dann war es soweit die Beerdigung stand vor der Tür, ich versuchte stark zu sein nicht zu weinen doch als ich meine kleine Cousine im Arm hielt konnte ich nicht mehr anderst und heulte einfach mit. Es war ein schöner Abschied es stand ein Bild von ihr bei der Urne ich musste es die ganze Zeit ansehen, mein Freund hatte vorgesort und mir ein Tempo nach dem anderen gereicht er hielt mich fest im Arm. Als es dann soweit war und wir den Weg ans Grab antraten griff mein Dad nach der Urne, er hat es sich nicht mehmen lassen seine kleine Schwester zum Grab zu tragen, ich schmiss eine Rose hinein und flüsterte leise "ich liebe dich" dann ging ich zur Seite und bekam einen Zusammenbrruch ich konnte nicht mehr stark bleiben, mein Freund brachte mich ersteinmal weg von allem. Ich hatte nur die Gedanken im Kopf hätten wir unsere Tante - Nichte Beziehung besser pflegen müssen ? Habe ich was verpasst mit ihr ? Jetzt war es 1 Jahr her und ich dachte nur Petra letztes Jahr waren wir noch zusammen auf dem Brunnenfest und haben einen drauf gemacht. Mein Dad ist immer noch nicht drüber weg, es steht ihr Bild im Wohnzimmer er schaut es jeden Morgen und Abend an. Ich denke noch oft an sie und wie sie so vor mir lag und wenn es ganz schlimm wird höre ich wieder das Lied von Unheilig.

19.8.13 20:14, kommentieren

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